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    Was ist Clubhouse, und wie funktioniert diese Audio-App?

    Geschätzte Lesezeit: 8 Minuten

    Clubhouse ist eine neue Social Media Plattform auf Audio-Basis, welche die Möglichkeit der bisherigen Social Media Kanäle auf geniale Weise verbindet und vereinfacht. Erreichbar ist diese neue Marketing-Chance via Einladung durch einen persönlichen Kontakt, nachdem man sich die entsprechende Audio-App heruntergeladen hat (zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Beitrags erst via iPhone möglich).

    Clubhouse wurde 2020 in den USA ins Leben gerufen und ist seit 2021 nun auch in Europa angekommen. Diese neue Audio-App hat durchaus das Potenzial, bestehende Social Media Plattformen wie Twitter und Facebook zu überholen, ist allerdings bisher ausschliesslich auf den Audio-Kanal spezialisiert. Nutzer aus allen Branchen berichten bisher begeistert von hochwertigen Audio-Beiträgen, vielen hochwertigen Lern- und Beratungs-Inhalten und einem tadellosen Umgangston der Mitglieder untereinander.

    Sportlicher Mann mit getönten Brillengläsern und in Lederjacke hört zufrieden bei Clubhouse via Audio-App auf seinem Handy zu
    Die Live-Audio-App Clubhouse hat bereits viele Mitglieder, und das ist erst der Anfang. Bildquelle Pixabay.

    Wie kommt man rein in Clubhouse?

    Jedes Clubhouse Mitglied hat 2 Einladungen zugut. Leute können mit dem Lupensymbol gesucht und eingeladen werden. Die einzelnen Kontakte werden über die Handynummer gesucht und eingeladen, sie müssen sich also bereits im Telefonbuch des Handys befinden. Wer die Audio-App heruntergeladen hat, wartet einfach auf eine Einladung (Achtung, muss dieselbe Nr. sein wie beim Herunterladen der Audio-App). Der Namenseintrag geht nur ohne Umlaute. Wenn eigener Name schon besetzt ist, empfiehlt sich z.B. die Eingabe beider Vornamen. Das Profil im Clubhouse kann mit Twitter und Instagram verknüpft werden.

    Wer mehr als 2 Leute einladen möchte, speichert den Kontakt seines neuen Gastes auf seinem Handy. Der Gast tut dasselbe auf seiner Seite und lädt die App herunter. Der Inhaber des Handys erhält nun eine Meldung von Clubhouse, dass sich ein Kontakt von ihm in der Warteschlange für eine Einladung in die Audio-App angemeldet hat, und kann nun eingeladen werden.

    Ein kleiner Versuch mit einem fiktiven 2. eigenen Namen in leicht abgeänderter Form auf dem eigenen Handy samt Nummer zeigt: Clubhouse liest automatisch das Telefonverzeichnis seiner Nutzer aus und schlägt ihnen den entsprechenden Kontakt zur Einladung vor. Genau wie es auch Telegram und WhatsApp tun. Dass hier fleissige Vertreter des Datenschutzes auf den Plan gerufen werden, ist hiermit nicht weiter verwunderlich.

    Attraktive, dunkel geschminkte Frau mit zusammengebundenen Haaren hält sich die  Hand ans Gesicht, mit weissem Hintergrund und typischen Handy-Symbolen im Hintergrund, als Symbole für die Funktionen der Audio-App Clubhouse
    Für Clubhouse, die neue Live Audio-App, benötigt man eine persönliche Einladung. Bildquelle Pixapay

    Die Mitglieder, also die einzelnen Privat-Personen, werden People genannt (Englisch: Personen, Leute). Die einzelnen Räume, eingeteilt in ihre jeweiligen Themen und entsprechend betitelt, werden Clubs genannt.

    Welche Arten von Clubs gibt es in Clubhouse?

    In den Talkräumen von Clubhouse können max. 5’000 Teilnehmer pro Raum mit dabein sein. Diese Räume, in Englisch “Clubs” oder in Neudeutsch “Talkrunden” genannt, gibt es in verschiedenen Kategorien:

    • Öffentlicher Raum, jeder kann sich eintragen
    • Räume nur für Follower, nur Follower können sich eintragen
    • Geschlossene Räume, nur Eingeladene & Kunden können sich eintragen

    Es können unendlich viele Räume mit ihren zugehörigen Themen hinterlegt werden; deren Betitelung und Beschreibung beschränkt sich allerdings auf die Möglichkeiten einer Handy-Tastatur. Der Titel des Raumes ist wichtig; es sollte das Thema mit beinhalten, damit für alle sofort klar ist, worum es in diesem Raum geht. Auch bereits festgelegte Räume sind standardmässig bereits in Clubhouse hinterlegt.

    Was kann Clubhouse?

    Das riesengrosse Potenzial der Audio-App Clubhouse verspricht dem aktiven Nutzer nicht nur mehr Reichweite, sondern auch die nicht zu unterschätzende Gelegenheit, sein Angebot durch nützlichen Inhalt, sogenannten Content, skalierbar zu monetarisieren. Denn was spricht dagegen, einen solchen Raum während einer oder mehrerer Stunden oder gar Tage anzukündigen und für den angebotenen Lehrinhalt einen bestimmten Geldbetrag für den Zutritt eines jeden Teilnehmers zur dieser Club-Veranstaltung zu verlangen?

    Tatsächlich wird die Monetarisierung von Talkräumen bei Clubhouse demnächst möglich sein, auch in Form von spendenähnlichen, spontanen Überweisungen in Mikrobeiträgen zu Gunsten des jeweiligen Veranstalters.

    Sieben Hände kreuzen sich in der Mitte, Ansicht von oben auf einem türkis Hintergrund, mit einem weissen Kreis und vielen Verbindungspunkten, der die neue Vernetzung durch die Audio-App Clubhouse symbolisiert
    Vernetzung von Experten und Kunden war nie einfacher – die neue Audio-App Clubhouse bietet eine Fülle von neuen Möglichkeiten. Bildquelle Pixabay.

    Die Vorteile von Clubhouse sind aber auch ohne Monetarisierung enorm: die Audio-App ermöglicht eine intensivere Nähe zum Kunden, das Ganze ist viel, viel persönlicher als via Zoom Meeting oder Webinar etc., weil es sich jeweils um ein live abgehaltenes 1:1 Gruppengespräch mit direkter Interaktion handelt, wie eben z.B. jemanden aus der Zuhörerschaft spontan auf die auditiv-virtuelle Bühne zu rufen.

    Gerade in Zeiten von Pandemie und der verbreiteten Unsicherheit so mancher Unternehmer und ihren Firmen bietet Clubhouse eine echte Chance, um über Clubhouse auf einfache und sehr effiziente Weise Mehrwert in Form von Informationen bis hin zu ganzen Coachings zu deren jeweiligem Thema anzubieten. Eine gute Gelegenheit also auch für Kleinunternehmer jeglicher Branchen, sich als Experten zu positionieren, ihrem Namen und damit auch ihrem individuellen Angebot zur erheblichen Erweiterung ihrer Reichweite zu verhelfen, und dies alles auch noch ohne hohe Werbekosten!

    Es bestehen jetzt schon in der Beta-Version viele Möglichkeiten, welche neue Ideen für das Anbieten von wertvollem Wissen oder sonstigem Können am laufenden Band kreieren, wie z.B.

    • Leute auf die eigene Bühne holen
    • einen Weltrekord z.B. durch einen Clubhouse Marathon in seinem Spezialgebiet aufstellen
    • Hervorragendes Positionierungs-Sprungbrett in jeder erdenklichen Branche

    Wie funktionert der Clubhouse Kalender?

    Die Raum-Meetings innerhalb von Clubhouse können auch vorgeplant, im eigenen Terminkalender eingetragen und mit Pushnachricht kurzfristig angekündigt werden. Einen Vorteil haben diejenigen, die Carplay von Apple im Auto installiert haben. Ihnen werden die aktuellen Clubhouse Räume laufend automatisch in Form einer chronologischen Liste angezeigt.

    Die entsprechenden Clubhouse Gruppen können zu jeder Zeit und von jedem Ort aus besucht werden: einfach Stöpsel ins Ohr und los geht’s.

    Für welche Branchen ist Clubhouse geeignet?

    Auch wenn diese Audio-App derzeit noch Marketing-lastig daherkommt, so kann doch jeder eingeladene Nutzer diejenigen Themen finden und für sich herausfiltern, die ihn interessieren, und diesen in Form von Räumen folgen, sich dort sozusagen virtuell hineinbegeben und den darin dargebotenen Live-Inhalt einfach und bequem via Handy mitverfolgen. Alles, was es dazu braucht, sind ein Set Ohrenstöpsel und ein i-Phone (die Android-Version dieser Audio-App lässt zur Zeit noch auf sich warten). Den Themen und Branchen sind also keine Grenzen gesetzt, vom online orientierten SEO Experten bis hin zum klassischen Vertriebsfachmann im Offline Business.

    Welche Bedeutung hat Clubhouse für die Kundengewinnung?

    In einem öffentlichen Raum sind schnell mal 200 bis 300 Leute drin, ein anderer beherbergt schon 600 Teilnehmer – also Möglichkeiten ohne Ende, um die Reichweite beliebig wachsen zu lassen. Beliebige Interessen- und Experten-Gruppen können angesprochen werden, vom Frisör über den Verkaufstrainer bis zum Erfolgs-Coach; für das Thema Online Marketing gibt es bereits eine Fülle solcher Räume.

    Ein Mann und eine Frau sitzen mit einem Laptop am Tisch und schlagen begeistert ein - ihren neuen Kunden haben sie über die Audio App Clubhouse gewonnen
    Auf kreative und innovative Art und Weise über die Audio-App Clubhouse lassen sich neue Kunden gewinnen. Bildquelle Unsplash

    Mit etwas Kreativität und einem freizügigen Umgang mit seinem Wissen und seiner Erfahrung kann sich hier ein jeder einen Namen machen und die Besucher seiner Talkräume gleich live und auf sehr persönliche Weise direkt von seinem Können überzeugen. Eine virtuelle Bühne nutzen also, die er sogar spontan mit Fachkollegen teilen kann. Den Mehrwert für die Gäste kann man also schon erahnen – selbst eine bereits seit vielen Jahren bestehende Social Media Plattform wie Twitter wird seit dem Erscheinen von Clubhouse trotz Update-Massnahmen klar um Längen geschlagen, was den derzeitigen Fokus der Aufmerksamkeit ihrer User betrifft.

    Wo sind die Grenzen von Clubhouse?

    Clubhouse ist bereits zu einer tragenden Plattform für Prominente und Visionäre wie z.B. Elon Musk geworden. Wer schnell genug ist, erwischt einen der maximal 5’000 Plätze. Wer zu spät kommt, hat Pech gehabt.

    Das Heraustragen von Inhalten z.B. durch Journalisten nach aussen wäre eigentlich verboten, wird aber wohl auf die Dauer nicht zu verhindern sein. Das bedeutet umgekehrt aber auch, dass die dargebotenen Inhalte (angeblich!) aus den einzelnen Räumen vorerst noch nicht aufgezeichnet werden können. Streamen von Facebook und YouTube aus als “Parallel-Räume” sowie eine Aufzeichnung durch Software wie Ecamm ist also zwar nicht erlaubt, wird aber mit Sicherheit bereits aktiv genutzt. Gesetze wie Datenschutz und Urheberrecht werden auch bei dieser neuen Entwicklung zwar gewisse Entwicklungen hemmen, aber nicht verhindern können – vielmehr werden sie mit ihren Massnahmen wohl auch in Zukunft den virtuellen Neuerscheinungen zumindest zeitlich hinterherhinken.

    Tipp für Clubhouse-Nutzer mit eigenen Räumen: unbedingt die Moderation aktiv anpacken, um allzu lange Monologe von Teilnehmern zu verhindern, welche sich gerne selbst reden hören.

    Grossaufnahme eines professionellen Mikrophons für die Audio-App Clubhouse in seinem schwarzen Ständer, mit einem roten Schalter im verschwommenen Hintergrund.
    Die Audio-App Clubhouse bietet eine Fülle von Audio-Inhalten. Effizientes Filtern von relevanten Räumen und die Aufteilung der eigenen Zeit- und Energie-Ressourcen werden unsere grösste Herausforderung sein. Bildquelle Pixabay.

    Wie immer, wenn es um neue Formen von Informationsfluten geht, ist der Mensch in erster Linie gefordert in Sachen Selbstorganisation bzw. das Management der eigenen verfügbaren Arbeits- und Freizeit. Die Aufteilung der persönlichen Lebenszeit in Lernen, der Produktion eigener Angebote und die Gestaltung der passenden Kundenprojekte wird dabei immer wichtiger. Die Nutzung der Audio-Massen resp. der Nutzen dieser App für jeden einzelnen wird also vor allem von uns selbst abhängen – Selbstverantwortung ist gefragt, wie immer im grossen weiten Ozean des Internets. Das gilt selbstverständlich auch für sensible Themen wie Daten- und Verbraucherschutz für uns selbst und unsere Kunden – diesbezügliche Lücken wurden auch bereits heftig in der Presse kritisiert.

    Wie sieht wohl die nahe Zukunft mit Clubhouse aus?

    Das Unternehmen wird bereits auf einen sehr hohen Wert in Milliardenhöhe geschätzt. Sicherlich interessant dann als Aktie für Anleger, sobald diese Audio-App an die Börse gehen sollte.

    Die weitere Entwicklung der Clubhouse Audio-App wird wohl ähnlich bei wie bei WhatsApp auf eine Ausweitung auf die Anwendung via Desktop hinauslaufen, wo z.B. hochwertige Studio-Mikrofone genutzt werden. So könnten sich auch z.B. Musiker rein-streamen und auf neuen virtuellen Wegen ihre Karriere auf- oder umbauen.

    Rückenansicht eines jungen Mannes in schwarzem Ansicht, der seine Arme emporhebt inmitten einer urbanen Häuserfassade, als Symbol für die Karrieremöglichkeiten der Audio-App Clubhouse
    Eine Audio-App wie Clubhouse als Tor zu Karriere und Sichtbarkeit? Nichts ist unmöglich. Bildquelle Unsplash.

    Wie schon heute bei der Suchmaschine Google wird dabei die Qualität der angebotenen Inhalte eine grosse Rolle spielen, und neue Netzwerke können übergreifend entstehen. Denn Experten können innerhalb von Clubhouse nach Belieben immer weitere Experten auf die virtuelle Audio-Bühne holen. Wertvolles und zeitnah aufbereitetes Wissen wird auf diese Weise einfach und effizient vernetzt und verbreitet, bietet eine effiziente Unterwegs-Version in auditiver Form als wertvolle und unterhaltsame Ergänzung zu bisherigen Podcasts, aber auch zu bisherigen Content Marketing Inhalten in Schrift- und Video-Format auf Webseiten und bisherigen Social Media Kanälen.

    Spannend wird auch die Entwicklung oder Weiterentwicklung von Tools rund um die Clubhouse Audio-App sein. Sich durch regelmässige Räume oder durch neue Nutzungsarten eine immer grössere und relevantere Audienz aufzubauen, wird auf alle Fälle grosse Chancen für alle Mitglieder bieten, vom einfachen Nutzer bis zum hochspezialisierten Online- und Offline Experten.

    Mit anderen Worten: Die Audio-App Clubhouse wird wohl in naher Zukunft noch viel von sich reden lassen. Eine Konkurrentin aus deutscher Produktion steht auch schon am Start: die Live-Audio-App «Dive», speziell entwickelt für die Technik- und Gründerszene.

    Karin Dzirihttps://www.hundestunde-karin-dziri.ch
    Karin Dziri, Expertin für Hundeerziehung, betreibt Content Marketing für ihre Hundeschule und das KSA Team.

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